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Verschiedene Preise auf verschiedenen Portalen?

Ich gebe es zu. Ich war ein glühender Verfechter von „Preislisten-Hygiene“. Das gehörte sich einfach so.
Wenn der Gast seine Übernachtung in Portal A gebucht hat und dann sieht der die gleiche Wohnung in Portal B günstiger, dann fühlt er sich schlecht, benachteiligt, betrogen und kann seinen Urlaub nicht genießen. Daher habe ich akribisch darauf geachtet, dass ich in allen Portalen die gleichen Preise genommen habe. Und wie hätte ich sonst Rechnungen oder Buchungsbestätigungen ausstellen sollen, wenn ich verschiedene Preise nehme?

Die meisten, die bis hierhin gelesen haben, wissen wahrscheinlich, dass die Portale Provision vom Vermieter bekommen. AirBnB ist mit knapp 3% am günstigsten. Dann kommt Fewo-Direkt mit 8% und es geht weiter bis zu 15% für Booking.com und TUI-Villas und 19% für E-Domizil. Und ich glaube, Dan-Center und Novasol verlangen noch mehr. Daher habe ich verschieden viel verdient, je nachdem über welchen Kanal der Kunden gebucht hat.
Meine Antwort darauf war, die teuren Portale in der Hauptsaison (die ich ohnehin vermietet bekomme) einfach auszusperren. Und wenn diese Portale dann im Februar eine Buchung gebracht haben, dann hatten sie ihre Provision auch verdient. Das „Aussperren“ geht mit sogenannten Phantom-Buchungen sehr einfach und wenn meine Prognose falsch war und die Stammkunden und die billigen Portale meine Zeiten nicht gefüllt haben, dann hat mein Channel-Manager diese Phantombuchung irgendwann gelöscht. Auf dieses Vorgehen war ich recht stolz und dachte, dass ich ganz schön clever bin.

Doch neuerdings schaue ich in meinen Gesprächen immer häufiger in ungläubige Gesichter: „Preislisten-Hygiene?“ „Auf welchem Planeten ich denn wohl lebe?“
Viele Menschen haben sich wohl schon daran gewöhnt, dass das gleiche Gut verschieden viel kostet, je nachdem wer es wann und wie gebucht hat. (Flüge, Reisen, Mietwagen).
Außerdem ist mein fester Verkaufspreis ohnehin Quatsch, da zumindest AirBnB und Fewo-Direkt obendrauf noch eigene Aufschläge erheben.
Und das beste Argument war: Nur wenn wir Vermieter die Provisionen auf die Miete aufschlagen, kann der Gast entscheiden, wo er bucht. Bekommt er die Wohnung überall zum gleichen Preis wird er faul und Booking.com wird irgendwann zum Monopol. Lernt der Gast aber, dass sich suchen lohnt, bekommen die günstigen Portale langfristig mehr Buchungen. Und in der Zwischenzeit werden dann die Preis-Vergleichs-Webseiten für Ferienwohnungen boomen und riesige Abruf- und Buchungszahlen generieren. Falls also irgendjemand einen Tipp hat, wie ich dort investieren kann – sagt gerne Bescheid.

Ich bin immer noch unsicher, was der beste Weg ist. Daher freue ich mich über jeden Kommentar und jede Nachricht.